Sensorische Integration

Es gibt weit mehr als die uns bekannten 5 Sinne (Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken, Riechen), damit wir uns wirkungsvoll mit unserer Umwelt auseinandersetzen können. Dazu muss unser Gehirn alle Reize aus unserem Körper und unserer Umwelt koordinieren. Unter Sensorischer Integration (SI) versteht man die Verknüpfung der einzelnen Sinneseindrücke zu einem Gesamtbild. Diese ganzheitliche Verarbeitung vermittelt uns die Informationen über den eigenen Körper und die Umwelt. Sie bildet das Fundament für das „Selbst“ (Selbstbild, Selbstvertrauen).

Gelingt diese Wahrnehmungsverarbeitung nicht so gut, kann es zu vielfältigen Veränderungen in unserem Verhalten kommen.

Rund 75 % der Kinder im Kindergarten zeigen Auffälligkeiten im Bereich der Sensorischen Integration. Es ist jedoch möglich mit bestimmten Methoden die Sinneswahrnehmung zu schulen und zu trainieren.

In unserem Zentrum arbeiten wir mit der Sensorischen Integration im Dialog nach Ulla Kiesling und bieten Psychomotorik.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Hier sind einige häufige Anzeichen einer Sensorischen Integrationsstörung bei Kindern angeführt:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen:

    • Berührungsüberempfindlichkeit: Das Kind reagiert empfindlich auf Berührungen, Texturen von Kleidung oder Nahrungsmittel.

    • Lärmempfindlichkeit: Selbst normale Geräusche können das Kind überwältigen und verängstigen.

    • Lichtempfindlichkeit: Das Kind ist überempfindlich gegenüber hellem Licht und blendenden Reflexen.

  • Unterempfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen:

    • Das Kind sucht nach intensiven sensorischen Reizen, wie ständigem Schaukeln, Rütteln oder Beißen von Gegenständen.

  • Grob- oder Feinmotorische Schwierigkeiten:

    • Schwierigkeiten beim Schreiben, Schneiden oder Zeichnen aufgrund von Koordinationsproblemen

    • Ungeschicklichkeit oder Sturzneigung

    • Schwierigkeiten in der Druckdosierung

  • Schwierigkeiten bei der Selbstregulation:

    • Schwierigkeiten beim Regulieren der Emotionen oder beim Übergang zwischen verschiedenen Aktivitäten und Umgebungen.

    • Impulsivität und mangelnde Selbstkontrolle.

    • Ängstlichkeit, Wutausbrüche oder Reizbarkeit in sozialen Situationen.

  • Probleme mit der Aufmerksamkeit und Konzentration:

    • Ablenkbarkeit

    • Schwierigkeiten, sich auf Aufgaben zu konzentrieren

    • Besonders in einer reizintensiven Umgebung

  • Ess- und Schlafprobleme:

    • Selektive Essensvorlieben oder Ablehnung bestimmter Texturen oder Geschmäcker.

    • Schlafprobleme

      • Schwierigkeiten beim Einschlafen

      • häufiges Aufwachen in der Nacht

Diagnostik

Die genaue Beobachtung der motorischen Entwicklung und der sensorischen Besonderheiten sowie ein ausführliches Elterngespräch sind wesentlich für eine effektive Therapie. Deshalb wird zu Behandlungsbeginn immer eine motoskopische Begutachtung in der ersten Einheit durchgeführt. Aufbauend darauf werden Behandlungsziele festgelegt. In manchen Fällen kann auch eine ausführliche Entwicklungsdiagnostik nötig sein.

Therapie

In der Therapie geht es vor allem um das WahrNEHMEN, BeGREIFEN und ErFASSEN des eigenen Körpers und der Umgebung. Dafür steht ein Therapieraum mit vielfältigen Bewegungsangeboten (Schaukeln, Rollbretter, Trampolin, Klettergerüst und vieles mehr), verschiedenste Materialien zur Schulung der Sinne und zahlreiche Spiel- und Therapiegegenstände zur Verfügung.
Da die Auffälligkeiten im Bereich der Sensorischen Integration von Kind zu Kind stark variieren, ist uns der Dialog mit dem Kind und mit den Eltern besonders wichtig. Grundsätzlich werden die Eltern in die Therapie und Förderplanung eng eingebunden. Um gute Erfolge zu erzielen, sollte das Konzept der Förderung der Sensorischen Integration in den Familienalltag integriert werden.

In unserem Zentrum arbeiten wir nach der Sensorische Integration im Dialog nach Ulla Kiesling und bieten Psychomotorik-Einheiten an.

Beratung

Der Alltag mit einem Kind mit Besonderheiten im Bereich der Sensorischen Integration stellt viele Eltern vor große Herausforderungen. In Form von begleiteten Elterngesprächen ermöglichen wir Ihnen die Sichtweise/Wahrnehmung des Kindes besser zu verstehen. Mit möglichst konkreten Verhaltensvorschlägen möchten wir Sie im Umgang mit Ihrem Kind praktisch und alltagsnah unterstützen.

WEITERE THERAPIE SCHWERPUNKTE:

AUTISMUS – SPEKTRUM – STÖRUNG

Symptome:
Von massiven Beeinträchtigungen (Intelligenzminderung, deutliche Sprachentwicklungsverzögerung) bis hin zu geringfügigen Auffälligkeiten.

MUTISMUS

Symptome:
Beim Mutismus liegen keine anatomischen Probleme vor, die das Sprechen beeinträchtigen. Das Kind ist grundsätzlich in der Lage zu sprechen, entscheidet sicher aber dagegen oder kann sich nicht dazu überwinden.

TRENNUNG / SCHEIDUNG

Symptome:
Aggressivität, Zurückziehen,
Trauer, Unsicherheit, Ängste,
Lern,- Konzentrationsschwierigkeiten, Legasthenie,
Rückschritte in der Entwicklung,
psychosomatische Beschwerden.

GEFÜHLE

Symptome:
Emotionen wie Wut, Traurigkeit und Angst sind natürliche, von vielen Faktoren beeinflusste Teile des menschlichen Lebens und spielen besonders in der Kindheit eine prägende Rolle. Übermäßige Emotionen können jedoch das Leben beeinträchtigen und erfordern gegebenenfalls psychologische Unterstützung, insbesondere wenn Kinder Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation erleben oder auf belastende Ereignisse reagieren.

LEGASTHENIE / DYSKALKULIE

Symptome:
Treten Schwierigkeiten im Bereich des Schreibens und Lesens auf, so wird von einer Legasthenie gesprochen. Bei Unsicherheiten im mathematischen Bereich von einer Dyskalkulie. Bei einigen Menschen treten die Probleme auch kombiniert auf.

AD(H)S

Symptome:
Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, ist gekennzeichnet durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Kinder mit einer Aufmerksam-keitsstörung ohne Hyperaktivität, kurz ADS, sind gewöhnlich ruhig und wirken verträumt und in ihren Gedanken versunken.

Vorträge/Gruppenangebote

Wir bieten Vorträge und Workshops zu unterschiedlichen Themen an!

Unsere Kinderpsychologinnen bieten Fortbildungen zu den wichtigsten Themen der Entwicklungspsychologie. Stöbern Sie in unserem vielfältigen Angebot für Eltern und Personen aus dem pädagogischen Umfeld (KindergartenpädagogInnen, -assistentInnen, LehrerInnen, Stützkräfte, FreizeitpädagogInnen,…).