Mutismus

Mutismus bei Kindern ist eine Beeinträchtigung, bei der sie in bestimmten sozialen Situationen (Schule/Kindergarten) nicht sprechen können, obwohl sie in anderen Kontexten dazu in der Lage sind (Zuhause).

Dieses Schweigen geht über Schüchternheit hinaus und resultiert aus einer komplexen Verbindung zwischen Angst und Stress. Selektiver Mutismus ist relativ selten, etwa 0,5-1% der Kinder sind betroffen.

Selektiver Mutismus kann behandelt werden. Frühzeitige Erkennung und Intervention durch Fachleute wie PsychologInnen oder LogopädInnen, sowie die Unterstützung von Eltern und PädagogInnen, spielen eine entscheidende Rolle bei dem Weg zur Genesung.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Die Anzeichen können von Kind zu Kind variieren, aber hier sind einige häufige Anzeichen für selektiven Mutismus:

  • Schweigen in bestimmten Situationen: Kinder mit selektivem Mutismus sprechen normalerweise in bestimmten Umgebungen oder Situationen nicht, z.B. in der Schule. Sie können jedoch zu Hause oder in vertrauten Umgebungen sprechen.

  • Vermeidung von Blickkontakt: Kinder mit selektivem Mutismus neigen dazu, Blickkontakt zu vermeiden, wenn sie in den sozialen Situationen sind, in denen sie nicht sprechen.

  • Schüchternheit und soziale Angst: Sie können Anzeichen von Schüchternheit oder sozialer Angst zeigen. Sie fühlen sich oft unwohl oder ängstlich in sozialen Situationen.

  • Kommunikation mit Gesten oder nonverbalen Mitteln: Kinder mit selektivem Mutismus versuchen oft, sich auf andere Weisen auszudrücken, wie durch Gesten, Nicken, Kopfschütteln oder das Zeigen auf Dinge.

  • Kommunikation mit vertrauten Personen: Sie sprechen oft mit engen Familienmitgliedern oder anderen vertrauten Personen, können sich jedoch in Gegenwart von Fremden oder weniger vertrauten Personen nicht äußern.

Diagnostik

In unserem Zentrum kann mit der Neuauflage eines bewährten sprachfreien Verfahrens (SON-R 2-8) der Entwicklungsstand des Kindes festgestellt werden. Dies ermöglicht die Feststellung der individuellen Begabung von Kindern, unabhängig von der Sprache. Das Verfahren ist dadurch auch für Kinder geeignet, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Des Weiteren werden notwendige Informationen in einem ausführlichen Elterngespräch erhoben und Fragebögen vorgegeben. Information aus Schule oder Kindergarten und/oder begleitender TherapeutInnen führen zu einem Gesamtbild der Symptomatik.

Beratung

Der Umgang mit einem Kind, das in unterschiedlichen Situationen nicht spricht, stellt viele Eltern vor große Herausforderungen im Alltag. Begleitende Elternarbeit ist ein wesentlicher Baustein für den Behandlungserfolg. In Form von Elterngesprächen ermöglichen wir Ihnen die Sichtweise des Kindes besser zu verstehen. Mit möglichst konkreten Verhaltensvorschlägen möchten wir Sie im Umgang mit Ihrem Kind praktisch und alltagsnah unterstützen.

Das optimale Setting wäre eine psychologische Therapie des Kindes in Kombination mit Elternberatung.

Therapie

In einer vertrauensvollen Atmosphäre steht der Beziehungsaufbau zur/zum KinderpsychologIn im Vordergrund, um die Sprachlosigkeit langsam aufzubrechen. Spiel- und Bewegungsangebote können dabei unterstützend wirken. In der Therapie können auch Elemente aus dem Bereich der Sensorischen Integration zum Einsatz kommen und hilfreich sein.

Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind oft die Aussichten auf Erfolg. Eltern und andere Bezugspersonen spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung des Kindes während und nach der Therapie, indem sie sicherstellen, dass die erlernten Fähigkeiten im Alltag angewendet werden können.

WEITERE THERAPIE SCHWERPUNKTE:

AUTISMUS – SPEKTRUM – STÖRUNG

Symptome:
Von massiven Beeinträchtigungen (Intelligenzminderung, deutliche Sprachentwicklungsverzögerung) bis hin zu geringfügigen Auffälligkeiten.

TRENNUNG / SCHEIDUNG

Symptome:
Aggressivität, Zurückziehen,
Trauer, Unsicherheit, Ängste,
Lern-, Konzentrationsschwierigkeiten, Legasthenie,
Rückschritte in der Entwicklung,
psychosomatische Beschwerden.

SENSORISCHE INTEGRATION

Symptome:
Sind Kinder unaufmerksam, draufgängerisch, tollpatschig oder zappelig? Für all diese Phänomene könnte ein wichtiger Aspekt verantwortlich sein: eine Beeinträchtigung in der zentralen Verarbeitung der Sinnesinformationen. 

GEFÜHLE

Symptome:
Emotionen wie Wut, Traurigkeit und Angst sind natürliche, von vielen Faktoren beeinflusste Teile des menschlichen Lebens und spielen besonders in der Kindheit eine prägende Rolle. Übermäßige Emotionen können jedoch das Leben beeinträchtigen und erfordern gegebenenfalls psychologische Unterstützung, insbesondere wenn Kinder Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation erleben oder auf belastende Ereignisse reagieren.

LEGASTHENIE / DYSKALKULIE

Symptome:
Treten Schwierigkeiten im Bereich des Schreibens und Lesens auf, so wird von einer Legasthenie gesprochen. Bei Unsicherheiten im mathematischen Bereich von einer Dyskalkulie. Bei einigen Menschen treten die Probleme auch kombiniert auf.

AD(H)S

Symptome:
Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, ist gekennzeichnet durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Kinder mit einer Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität, kurz ADS, sind gewöhnlich ruhig und wirken verträumt und in ihren Gedanken versunken.

Vorträge/Gruppenangebote

Wir bieten Vorträge und Workshops zu unterschiedlichen Themen an!

Unsere Kinderpsychologinnen bieten Fortbildungen zu den wichtigsten Themen der Entwicklungspsychologie. Stöbern Sie in unserem vielfältigen Angebot für Eltern und Personen aus dem pädagogischen Umfeld (KindergartenpädagogInnen, -assistentInnen, LehrerInnen, Stützkräfte, FreizeitpädagogInnen,…).