Legasthenie / Dyskalkulie

Bei gut bis durchschnittlich begabten Kindern, die jedoch Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens haben, kann eine Legasthenie bzw. Dyskalkulie vorliegen.

Die Kinder nehmen ihre Umwelt verändert wahr und dies führt zu Schwierigkeiten im schulischen Alltag.

Besonders betroffen sind die optische und akustische Wahrnehmung sowie die Raumorientierung und Rechts-Links-Unterscheidung.
Die Schwierigkeiten beim Schreiben und Lesen werden als Legasthenie bezeichnet, während Unsicherheiten im mathematischen Bereich auf eine Dyskalkulie hinweisen. Bei einigen Menschen treten die Probleme auch kombiniert auf.

Es wird davon ausgegangen, dass ca. 4-15% der Weltbevölkerung von Legasthenie betroffen sind. Wenn eine Legasthenie bzw. Dyskalkulie lange unerkannt bleibt und die Betroffenen einen großen Leidensdruck verspüren, können sich auch Sekundärsymptomatiken wie Schulängste oder/und Depressionen zeigen.

Hier können Sie die Richtlinien für den Umgang mit Lese-/Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) im schulischen Kontext nachlesen. (Offizielles Rundschreiben des Bundesministeriums für Bildung vom 20.10.21)

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Anzeichen beim Lesen:

  • Undeutliches, langsames und stockendes Lesen

  • Buchstaben werden nicht oder nur stockend zu einem Wort zusammengezogen

  • Inhalt des Gelesenen kann nicht/nur in Bruchstücken wiedergegeben werden

  • Sinn des Gelesenen wurde nicht verstanden

  • Verlieren der Zeile im Text

  • Auslassen, Vertauschen und Hinzufügen von Wörtern, Silben und Buchstaben

  • Endsilben werden „verschluckt“

  • Wörter werden mehr „erraten“ als gelesen


Anzeichen beim Schreiben:

  • Hohe Fehlerzahl bei Diktaten und abgeschriebenen Texten

  • Unleserliche Handschrift

  • Langsames Schreibtempo

  • Wörter im selben Text mehrfach unterschiedliche falsch geschrieben

  • Viele Rechtschreibfehler (z.B. Groß- und Kleinschreibung)

  • Häufige Fehler in der Satzzeichensetzung

  • Harte und weiche Laute (b, p, g, k, t, d) werden verwechselt

  • Auslassen, Vertauschen und Hinzufügen von Wörtern, Silben und Buchstaben


Anzeichen beim Rechnen:

  • Ziffern werden häufig vertauscht (6/9)

  • Ziffern werden seitenverkehrt geschrieben

  • Räumliche Beziehungen (rechts, links, oben, unten) werden häufig nicht erfasst

  • Schwierigkeiten bei Platzhaltern (?-3=5)

  • Rechenoperationen werden vertauscht

  • Begriffe wie schneller/langsamer, mehr/weniger, das Doppelte/die Hälfte werden vertauscht

  • Mengen werden nicht richtig geschätzt

  • Phantasieergebnisse (z.B. 5+6=32)

  • Umgang mit Zeitangaben bzw. Umwandlungen sind schwierig

  • Rechenleistungen sind schwankend, viel Übung hilft nicht

Diagnostik

Wir klären im ersten Schritt die allgemeine Leistungsfähigkeit ab, beachten mögliche Konzentrationsprobleme und dokumentieren typische Fehler (z.B. anhand von Schulübungs- und Hausübungsheften). Eine ausführliche Diagnostik ist Voraussetzung für ein effizientes und individuell maßgeschneidertes Training


Therapie

Wir bieten Einzeltrainings, da wir in diesem Setting besonders gut auf die individuelle Persönlichkeit und Fehlersymptomatik des Kindes eingehen können. Das Kind lernt im Training den Aufmerksamkeitsfokus richtig zu setzen. Konzentrationsübungen werden erlernt, können in der Schule erprobt und gemeinsam reflektiert werden. Auch Entspannungsübungen sind Teil des Trainings. Ebenso werden die einzelnen Teilleistungen im akustischen und optischen Bereich durch spezielle, maßgeschneiderte Übungen verbessert, wodurch es den Kindern leichter fällt, die individuellen Symptome zu reduzieren. Da auch ein legasthenes/dyskalkules Kind nur durch Lesen, Schreiben bzw. Rechnen lernt, rundet die Wiederholung und Festigung des Schulstoffes durch psychologisch-pädagogische Methoden das Training ab. Das Kind lernt somit „richtig zu lernen“.

Natürlich ist auch ein Legasthenie- / Dyskalkulietraining oft in Verbindung mit Sensorischer Integration sinnvoll.

WEITERE THERAPIE SCHWERPUNKTE:

AUTISMUS – SPEKTRUM – STÖRUNG

Symptome:
Von massiven Beeinträchtigungen (Intelligenzminderung, deutliche Sprachentwicklungsverzögerung) bis hin zu geringfügigen Auffälligkeiten

MUTISMUS

Symptome:
Beim Mutismus liegen keine anatomischen Probleme vor, die das Sprechen beeinträchtigen. Das Kind ist grundsätzlich in der Lage zu sprechen, entscheidet sicher aber dagegen oder kann sich nicht dazu überwinden.

TRENNUNG / SCHEIDUNG

Symptome:
Aggressivität, Zurückziehen,
Trauer, Unsicherheit, Ängsten
Lern,- Konzentrationsschwierigkeiten, Legasthenie
Rückschritte in der Entwicklung
psychosomatische Beschwerden

SENSORISCHE INTEGRATION

Symptome:
Sind Kinder unaufmerksam, draufgängerisch, tollpatschig oder zappelig? Für all diese Phänomene könnte ein wichtiger Aspekt verantwortlich sein: eine Beeinträchtigung in der zentralen Verarbeitung der Sinnes-informationen. 

GEFÜHLE

Symptome:
Emotionen wie Wut, Traurigkeit und Angst sind natürliche, von vielen Faktoren beeinflusste Teile des menschlichen Lebens und spielen besonders in der Kindheit eine prägende Rolle. Übermäßige Emotionen können jedoch das Leben beeinträchtigen und erfordern gegebenenfalls psychologische Unterstützung, insbesondere wenn Kinder Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation erleben oder auf belastende Ereignisse reagieren.

AD(H)S

Symptome:
Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, ist gekennzeichnet durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Kinder mit einer Aufmerksam-keitsstörung ohne Hyperaktivität, kurz ADS, sind gewöhnlich ruhig, wirken verträumt und in ihren Gedanken versunken.

Vorträge/Gruppenangebote

Wir bieten Vorträge und Workshops zu unterschiedlichen Themen an!

Unsere Kinderpsychologinnen bieten Fortbildungen zu den wichtigsten Themen der Entwicklungspsychologie. Stöbern Sie in unserem vielfältigen Angebot für Eltern und Personen aus dem pädagogischen Umfeld (KindergartenpädagogInnen, -assistentinnen, LehrerInnen, Stützkräfte, FreizeitpädagogInnen,…).